{"id":292,"date":"2023-05-19T15:21:55","date_gmt":"2023-05-19T14:21:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blackwhiteround.de\/?p=292"},"modified":"2023-05-19T15:46:45","modified_gmt":"2023-05-19T14:46:45","slug":"die-kunst-von-der-kunst-zu-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blackwhiteround.de\/?p=292","title":{"rendered":"Die Kunst, von der Kunst zu leben"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe das Thema Kunst, Kunstschaffende und Kunstmarkt schon in der Historie meiner fr\u00fcheren Blogs aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und diskutiert. Nachfolgend nochmals ein paar aktuelle Gedanken dazu.<br \/>\nMeine pers\u00f6nliche Ausgangslage im kreativen Zirkus ist entspannt. Ich agiere ohne Zwang aus einer komfortablen finanziellen Situation heraus. Mein einziger limitierender Faktor ist die verf\u00fcgbare Zeit und meine im Zweifelsfall pers\u00f6nlichen, handwerklichen und kreativen Schw\u00e4chen. Ob mein Output dann tats\u00e4chlich als &#8222;Kunst&#8220; zu bezeichnen ist, spielt letztlich keine Rolle.<img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-306\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=740%2C588&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"740\" height=\"588\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=1024%2C813&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=300%2C238&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=768%2C609&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=1536%2C1219&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=2048%2C1625&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?resize=840%2C667&amp;ssl=1 840w, https:\/\/i0.wp.com\/blackwhiteround.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Ilford_Delta_Lauerz6.jpg?w=1480&amp;ssl=1 1480w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><br \/>\n\u00c4hnliche wie ich, agieren Millionen andere Hobbyk\u00fcnstler, die mal mehr, mal weniger ernsthaft ihrer kreativen Besch\u00e4ftigung nachgehen.<br \/>\nDaneben gibt es Menschen, die die Kunst als Beruf\/Berufung verstehen, sich ihr komplett verschreiben und davon leben wollen. Ein denkbar mutiges und schwieriges Unterfangen, bei dem sich einige zentrale Fragen stellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie verkaufe ich mein Werk?<\/li>\n<li>Wie schaffe ich \u00fcberhaupt ein Publikum \/ einen Markt?<\/li>\n<li>Wie werde ich im ohrenbet\u00e4ubenden Grundrauschen der anderen Millionen (Hobby)K\u00fcnstler geh\u00f6rt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die ebenso banale wie brutale Wahrheit lautet aus meiner Sichtweise mit einer Riesenportion Gl\u00fcck und enorm viel Arbeit. Die Idee einfach so entdeckt zu werden, sollte man getrost wieder zu den Akten legen. Die Wahrscheinlichkeit rangiert in \u00e4hnlichen Sph\u00e4ren wie der ber\u00fchmte 6er im Lotto.<\/p>\n<p>Social Media bespielt sowieso so ziemlich jeder. Damit w\u00e4ren wir wieder beim Problem des undurchdringlichen Grundrauschens. Was aber dazu kommt, ist die h\u00e4ufig entstehende Blase \u00e4hnlich gelagerter Akteure, die sich gegenseitig mit ihren Posts liken, ein Printtausch hier, ein gelegentlicher Privatverkauf zum Freundschaftspreis da, aber ein nennenswertes kaufkr\u00e4ftiges und -williges Publikum wird damit nur bedingt geschaffen. Nicht falsch verstehen, Vernetzung ist super und auf Social Media kann und sollte man zur Aussendarstellung vermutlich nicht mehr verzichten, aber es ist ein enormer Zeitfresser, dessen Hebelwirkung aus meiner Sichtweise \u00fcberschaubar ist.<\/p>\n<p>Mentoren und M\u00e4zene &#8211; ein heisses Eisen. M\u00e4zene d\u00fcrften noch seltener sein als pinke Einh\u00f6rner in der W\u00fcste. Wie man zu einem kommt, bleibt ein wohl geh\u00fctetes Geheimnis und ob die Interessen eines M\u00e4zens dann immer uneigenn\u00fctzig und strikt kunstausgerichtet sind, lassen wir mal dahingestellt. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Mentoren, die sich gerne nach aussen g\u00f6nnerhaft geben, in ihrer Glorie sonnen und sich mit aufstrebenden Talenten schm\u00fccken, die in hoffnungsvoller Erwartung einiger Brotkrumen des Meisters \u00fcber Wochen und Monate ausharren, um letztlich einige Hilfsdienste zu leisten und nicht selten ihrer frischen Ideen beraubt zu werden. Energievampire sind weiter verbreitet als man denkt, und die etablierte K\u00fcnstlerszene ist gespickt mit Egomanen und Narzissten. Wie immer best\u00e4tigen auch hier Ausnahmen die Regel.<\/p>\n<p>Was also hilft? Zun\u00e4chst das L\u00f6sen von der romantischen Idee der Kunst. Das Business ist knallhart, ungerecht und das Umfeld eine Schlangengrube. Ohne ein echtes Portfolio sollte man \u00fcberhaupt nicht dar\u00fcber nachdenken, ins Rennen um die Kunst als Broterwerb zu gehen. Zehn Serien anfangen und keine davon pr\u00e4sentabel zu haben, hilft nicht, man kann nicht stetig nur im Prozess sein.<\/p>\n<p>Eigene Ausstellungen organisieren. Das ist wie in der Politik. Es f\u00e4ngt klein und lokal an, bevor es &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; \u00a0mal international wird. Im Cafe, dem Gemeindesaal, bei Freunden &#8211; wenn wir bei der Fotografie bleiben, dann \u00fcbertr\u00e4gt sich der Reiz eines Prints nur wenn man ihn in Natura sieht und nicht als komprimiertes Internetbildchen. Vernetzen, von anderen lernen, eigene Erfahrungen bereitwillig tauschen.<\/p>\n<p>Kritikf\u00e4hig werden. Ich weiss das ist hart. Neben der \u00fcblicherweise starken Unsicherheit und Selbstkritik des K\u00fcnstlers, schwingt bei jedem Werk trotzdem immer der Stolz mit, wenn man etwas zeigt. Wenn es dann in der Luft zerrissen wird, muss man das aushalten und ggf. auch annehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge bei Wettbewerben einreichen. Die Jury kann noch so schlecht und befangen sein, zumindest bringt man seinen Namen ins Rennen und eine Lerneffekt ist auch hier garantiert.<\/p>\n<p>In Sachen Selbstbestimmung und notwendigem Realismus geh\u00f6rt vermutlich auch dazu, sich nicht zu Schade f\u00fcr Jobs zu sein, die genug Geld zum Leben und f\u00fcr Material in die B\u00f6rse sp\u00fclen. An der Kasse sitzen und Kellnern haben schon ganz Grosse hinter sich gebracht, das ist keine Schande und ein kreativer Impuls aus Alltagserlebnissen ist nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Unterm Strich bleibt, dass auch ich kein Patentrezept pr\u00e4sentieren kann. Es gibt so viele Facetten zum Thema, dass man Seite \u00fcber Seite dar\u00fcber schreiben k\u00f6nnte. F\u00fcr mich bleibt die Erkenntnis, dass bei all dem gelegentlichen &#8222;Neid&#8220; auf die Berufsk\u00fcnstler, ich froh \u00fcber meine Komfortzone bin. Vollzeitk\u00fcnstler werde ich, wenn ich mal in Rente gehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe das Thema Kunst, Kunstschaffende und Kunstmarkt schon in der Historie meiner fr\u00fcheren Blogs aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und diskutiert. Nachfolgend nochmals ein paar aktuelle Gedanken dazu. Meine pers\u00f6nliche Ausgangslage im kreativen Zirkus ist entspannt. Ich agiere ohne Zwang aus einer komfortablen finanziellen Situation heraus. 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